Vormittags wurde Tilda schon etwas unruhiger und ich dachte, es wäre gut, wenn es jetzt bald losgeht. Ich war alleine, hatte aber meinen Tierarzt in der Hinterhand, der ganz in der Nähe seine Praxis hat, und war auch sonst gut vorbereitet. Trotzdem ist eine Geburt tagsüber natürlich angenehmer. Man ist ausgeruht, wach und konzentriert und falls doch etwas nicht nach Plan läuft, sind auch die normalen Öffnungszeiten des Tierarztes gegeben.
Die Geburt verlief dann genauso, wie wir es uns gewünscht hatten. Gegen 12 Uhr ging es los und innerhalb von nur etwa eineinhalb Stunden brachte Tilda ganz schnell und unkompliziert ihre fünf zauberhaften Welpen zur Welt. Nach 2022 war es ihre zweite Geburt und auch diesmal meisterte sie alles ganz souverän und instinktsicher. Den Anfang machte Austris, ein Rüde mit einem Geburtsgewicht von 350 Gramm. Als Letzte kam Anila mit einem Geburtsgewicht von 270 Gramm zur Welt.
Die Namen unserer Welpen werden passend zu unserem Zwinger nach den Winden dieser Welt ausgesucht beziehungsweise nach Namen, die in irgendeiner Form mit Wind zu tun haben oder mit Wind in Verbindung gebracht werden können. Für unseren A-Wurf haben wir deshalb fünf ganz besondere Namen ausgewählt.
Ein lettischer männlicher Name mit der Bedeutung „Ostwind“. Aufgrund meiner lettischen Wurzeln war dieser Name für mich etwas ganz Besonderes.
Ein altgriechischer weiblicher Name mit der Bedeutung „Wirbelwind“.
Ein französisch klingender Name, angelehnt an die warmen und gemäßigten Passatwinde, die auch unser mitteleuropäisches Wetter beeinflussen.
Bedeutet „Wind“ auf Finnisch. Der geschlechtsneutrale Name wurde für unseren zweiten Rüden von Melanie selbst ausgesucht.
Der Name der indischen Windgöttin. Auch diesen Namen haben ihre zukünftigen Menschen, Silke und Waldemar, selbst ausgewählt.
In den ersten Wochen besteht ein großer Teil der Welpenaufzucht darin, darauf zu achten, dass das Welpenlager immer hygienisch sauber ist und die Mutterhündin gut versorgt wird. Die Welpen wachsen und entwickeln sich in dieser Zeit wahnsinnig schnell. Sie trinken und schlafen viel, das Geburtsgewicht verdoppelt sich und die gesamte Entwicklung ist enorm.
Ich bin sehr beeindruckt von der Leistung unserer Tilda. Sie kümmert sich so liebevoll und fürsorglich um ihre Kleinen. Abgesehen von der täglichen Milchproduktion ist es einfach unglaublich, was sie in dieser Zeit leistet.
Schon bald folgen die ersten Gehversuche, Augen und Ohren öffnen sich, die erste Wurmkur steht an und auch die erste feste Nahrung wird interessant.
Zwischen der dritten und fünften Woche stand der Umzug in ein neues Welpenlager an. Die Kleinen begannen immer mehr, ihre Umgebung und die Wohnung zu erkunden. Es wurde viel gespielt, balanciert, getobt und miteinander interagiert.
Es ist herrlich und macht unglaublich viel Freude, die Kleinen dabei zu beobachten und ihnen möglichst viel Abwechslung zu bieten. Gerade in dieser Phase kann man bereits sehr schön die einzelnen und ganz individuellen Persönlichkeiten erkennen.
Zwischen der fünften und achten Woche waren die Welpen viel an der frischen Luft. Zum Glück hatten wir auch für die wenigen Regentage in dieser Zeit einen größeren überdachten Bereich, in dem die Kleinen draußen spielen konnten.
In diesen Wochen sollten sie möglichst viele unterschiedliche Reize, Bewegungsmöglichkeiten, Kontakte und Erfahrungen kennenlernen. Dazu gehörten die Besuche ihrer zukünftigen Familien sowie von Freunden und Bekannten. Der Kontakt reichte dabei von ganz jung bis ganz alt, damit die Welpen möglichst viele unterschiedliche Menschen kennenlernen konnten.
Auch die vestibulären Sinne wurden beispielsweise durch eine Wippe, eine Nestschaukel und einen Balancierball angeregt. Hinzu kamen die ersten Autofahrten, erste Spaziergänge an der Leine, der Tierarztbesuch mit Impfung und Chip sowie das Heranführen an nicht ganz so angenehme Dinge wie Zähneputzen und Krallenpflege.
Und natürlich gab es auch in dieser Zeit ganz viel Spielen, Kuscheln, Fressen und Schlafen.
Leider mussten wir uns in der sechsten Lebenswoche von unserem süßen Austris verabschieden. Durch eine Erkrankung der Speiseröhre entwickelte er eine bakterielle Infektion, durch die sich die Speiseröhre entzündete.
Trotz vieler Bemühungen unsererseits und der Hilfe verschiedener Tierärzte und Tierkliniken konnten wir leider nichts mehr für ihn tun. Sein Verlust war für uns und auch für seine zukünftigen Besitzer ein großer Schock und mit unermesslicher Traurigkeit verbunden.
Austris war ein ganz außergewöhnlich zugewandter, kognitiv und motorisch sehr gut entwickelter Rüde.
Austris, wir haben uns von ganzem Herzen gewünscht, dass du es schaffst. Mach's gut, kleiner Stern. ♥️🌟
Zwischen der achten und zehnten Woche wurde der Radius der Kleinen noch einmal größer. Dazu gehörte unter anderem ein Ausflug beziehungsweise Spaziergang zu einem Restaurant mit anschließendem Restaurantbesuch, ein Ausflug in den Wald und natürlich auch das gemeinsame Spielen mit den anderen Hunden unseres Rudels.
Es sind nur noch Alizee und Aella bei uns, die anderen Hundekinder sind bereits zu ihren neuen Familien gezogen.
Vielen Dank an das Atelier Kaase für die wunderschöne Leinen Erstausstattung.
Der erste Welpe zog mit achteinhalb Wochen in seine neue Familie, der zweite mit neun Wochen und die beiden anderen nach der zehnten Woche.
Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass unsere vier wunderbaren Zöglinge jeweils das beste Zuhause gefunden haben, das ich mir für sie vorstellen konnte. Dadurch konnten wir sie mit einem guten Gefühl und viel Freude in ihre neuen Familien geben.